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28. Sonntag im Jahreskreis

28. Sonntag im Jahreskreis
28. Sonntag im Jahreskreis
© pixabay

Tagesgebet

Herr, unser Gott, deine Gnade komme uns zuvor und begleite uns,
damit wir dein Wort im Herzen bewahren
und immer bereit sind, das Gute zu tun.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Amen.

Evangelium (Mt 22, 1–14)

In jener Zeit erzählte Jesus den Hohepriestern und den Ältesten des Volkes das folgende Gleichnis:
Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete. Er schickte seine Diener, um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen. Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Siehe, mein Mahl ist fertig, meine Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit! Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden, wieder andere fielen über seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um.
Da wurde der König zornig; er schickte sein Heer, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen.
Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die Gäste waren nicht würdig. Geht also an die Kreuzungen der Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein! Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten alle zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen.
Als der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Menschen, der kein Hochzeitsgewand anhatte.
Er sagte zu ihm: Freund, wie bist du hier ohne Hochzeitsgewand hereingekommen? Der aber blieb stumm.
Da befahl der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. Denn viele sind gerufen, wenige aber auserwählt.

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Geistlicher Impuls unserer Pfarrers Andreas Klee

U.A.w.g.

Diese vier Buchstaben haben mir vor einiger Zeit ganz schön Kopfzerbrechen bereitet. Ich habe da so ein nettes Kärtchen bekommen, wie man es eben zugeschickt bekommt, wenn man zu einem Fest eingeladen wird. Und unter dieser Einladung standen sie drunter, diese vier Buchstaben: U. A. w. g.
Nun habe ich mich ja langsam daran gewöhnt, dass heute alles und jedes abgekürzt wird, aber so sehr ich mich auch angestrengt habe, die Bedeutung dieser Abkürzung wollte und wollte mir nun einmal nicht einfallen.
Erst die Antwortkarte, die diesem Schreiben beilag, hat mich dann auf die richtige Spur gebracht.     U. A. w. g. Natürlich: Um Antwort wird gebeten, das soll diese ominöse Abkürzung bedeuten.
Eigentlich hätte ich ja sofort draufkommen können, denn was interessiert den Absender dieser Karte denn brennender, als die Antwort auf die Frage, ob ich denn auch tatsächlich kommen werde, ob ich an seinem Fest auch wirklich teilnehmen möchte: Um Antwort wird gebeten.
Ich habe den Wunsch gleich erfüllt und die Karte umgehend zurückgesandt; denn das gebietet ja schließlich schon der Anstand. Das erwartet der Absender. Und er erwartet es ja auch zurecht.
Ich wäre auch sauer, wenn ich jemanden einladen würde, und der würde sich erst abmelden, wenn schon alles vorbereitet ist und die Plätze bestellt sind.
Deshalb verstehe ich ganz gut wenn man in solch einem Fall recht sauer reagiert. Und deshalb kann ich den König aus dem Gleichnis des Sonntagsevangelium gut verstehen. Wer würde da nicht sauer sein, wenn das Hochzeitsmahl für den Sohn schon gerichtet ist und die geladenen Gäste im letzten Augenblick dann doch nicht kommen wollen.
Die ganze Zeit haben sie rumgedruckst; so nach dem Motto: „Wir wollen eigentlich schon; im Grunde genommen ... „. Aber dann, wenn es drauf und dran ist, dann haben sie plötzlich alles andere zu tun! Da soll man dann nicht aus der Haut fahren! Ich versteh diesen König sehr gut.
Natürlich kann er nicht davon ausgehen, dass alle die er einladen möchte, auch wirklich kommen werden, aber dass man ihm klar und deutlich sagt, ob man die Einladung annimmt oder nicht, das ist das mindeste, was jeder Gastgeber erwarten kann, egal, ob er nun König, einfacher Bräutigam oder Gott selber ist.

Denn auch Gott ist Gastgeber. Er lädt ein zu einem Fest, zu einem ganz gewaltigen Fest, das dazu noch ewig dauern soll. Wir müssen nur eines tun: Wir müssen Antwort geben. Denn die Gäste, das sind wir. Und Gott erwartet schlicht und ergreifend unsere Antwort auf seine Einladung, er möchte wissen, ob wir auch tatsächlich wollen, er möchte unser klares "Ja" auf sein Angebot!

Viele von uns werden sich jetzt recht entspannt zurücklehnen und sagen: „Schon lange erledigt! Ich habe ihm diese Antwort schon vor Jahrzehnten gegeben!“ Die meisten von uns sind ja schließlich schon seit sie denken können dabei. Und keine Frage, dass wir zu diesem Gott gehören wollen und seine Einladung angenommen haben.
Aber gerade wenn es so ist dann sollte man sehr vorsichtig sein. Ja-Worte, die man vorzeiten gegeben hat, die sollte man ab und an wieder einmal sehr gründlich anschauen. Manchmal passiert es sonst nämlich, dass aus einem klaren "Ja", ganz langsam ein verstecktes "Ja aber" wird. Und das ist der erste Schritt hin zum kleinlauten "Jein". Mit einem "Jein" aber, ist keinem Gastgeber geholfen. Damit kann er nichts anfangen.
Wenn jemand klar und entschieden sagt, dass er nicht will, damit kann man vielleicht leben, wer aber "Ja" sagt und "Nein" meint, oder mal "Ja" und dann wieder "Nein" zum Besten gibt, der gehört wohl überall zu jener Sorte von Gästen, von denen vermutlich jeder Gastgeber denken wird, dass sie es eigentlich nicht wert gewesen sind, überhaupt eingeladen zu werden.
Die meisten von uns, haben ihre Antwortkarte schon lange zurückgesandt, haben ihr "Ja" schon vorzeiten gesprochen. Es ist vielleicht gar nicht schlecht, dieses Ja-Wort wieder einmal ganz gründlich unter die Lupe zu nehmen.

Und dann kann es wahrscheinlich auch gar nichts schaden, dem Gastgeber ab und an wieder zu versichern, dass es bei diesem Ja-Wort bleibt. "Du kannst auf mich zählen, ich bin dabei!" Sagen wir es ihm ruhig, denn: Um Antwort wird gebeten.

Würdest du, Herr, unsere Sünden beachten,
Herr, wer könnte bestehen?
Doch bei dir ist Vergebung, Gott Israels.

Ps 130 (129), 3–4
Andreas Klee
Pfarrer
Erbsengasse 365795Hattersheim
Tel.:006190 887950
Fax.:06190 8879525

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