Kategorien &
Plattformen

Vierter Adventssonntag

Vierter Adventssonntag
Vierter Adventssonntag
© pixabay

Tagesgebet

Allmächtiger Gott,
gieße deine Gnade in unsere Herzen ein.
Durch die Botschaft des Engels
haben wir die Menschwerdung Christi,
deines Sohnes, erkannt.
Führe uns durch sein Leiden und Kreuz
zur Herrlichkeit der Auferstehung.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.
Amen.

Lesung (Mi 5, 1–4a)

So spricht der Herr:
Du, Bétlehem-Éfrata, bist zwar klein unter den Sippen Judas, aus dir wird mir einer hervorgehen, der über Israel herrschen soll. Seine Ursprünge liegen in ferner Vorzeit, in längst vergangenen Tagen. Darum gibt der Herr sie preis, bis zu der Zeit, da die Gebärende geboren hat.
Dann wird der Rest seiner Brüder zurückkehren zu den Söhnen Israels.
Er wird auftreten und ihr Hirt sein in der Kraft des Herrn, in der Hoheit des Namens des Herrn, seines Gottes. Sie werden in Sicherheit wohnen; denn nun wird er groß sein bis an die Grenzen der Erde.
Und er wird der Friede sein.

Evangelium (Lk 1, 39–45)

In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharías und begrüßte Elisabet. Und es geschah:
Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme:
Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.  Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, in dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte,
hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.
Und selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.

© Imagemappe, Pia Schüttelohr

Impuls unseres Gemeindereferenten Joachim Kahle

„Einander zum Segen werden“

Liebe Gemeinde,

„Ich freue mich für dich“ – so ist eine mögliche Reaktion auf den Satz: „Ich bin schwanger!“ Elisabeth und Maria können sich das gegenseitig gesagt haben. Die eine war überrascht, dass sie überhaupt schwanger geworden ist. Elisabeth hatte doch gar nicht mehr damit gerechnet. Eigentlich war die Zeit für sie abgelaufen. Sie hatte sich darauf einstellen müssen, dass sie nichts beitragen kann zur Hoffnung auf den Erlöser. Die andere war nicht minder überrascht. Jung und ohne feste Beziehung. Die Erklärung des Engels Gabriel hatte sie zwar gehört, aber hat sie diese wirklich verstanden? Konnte sie die Tragweite dieser Nachricht verstehen? Konnte sie ahnen, was mit ihrem Leben geschehen würde?
Und nun begegnen sie sich. Maria kommt zu Elisabeth. Die jüngere Frau am Beginn ihrer Schwangerschaft will der Älteren helfen. Wie genau diese Hilfe aussehen soll, ist für das Evangelium nicht wichtig. Vielmehr geht es hier um einen Charakterzug. Maria will helfen, wo immer es geht. Sie hilft im Ja zu ihrer Berufung. Sie hilft ihrer Verwandten. Sie trägt dazu bei, dass die Welt später einen herausfordernden Johannes erlebt. Sie hilft später immer wieder in der Geschichte Jesu.
Und Elisabeth? Sie ahnt mehr. Der Text des Evangeliums ist spannend. Elisabeth „wurde vom Heiligen Geist erfüllt“ (Lk 1,41). Sie kann spüren, wie Gott denkt. Sie kann spüren, was eigentlich noch verborgen ist. Sie kann spüren, dass alles Warten ein Ende hat. „Du, ich freue mich für Dich!“ könnte ein möglicher Satz zwischen diesen beiden Frauen gewesen sein. Was wäre denn, wenn es nur ein Halbsatz ist? Dann könnte der ganze Satz lauten: „Du, ich freue mich für dich – und ich freue mich auch für mich!“ Maria konnte aus der Reaktion von Elisabeth vielleicht erahnen, dass es mit ihrem Kind etwas Besonderes auf sich hat.

Einander zum Segen werden

Maria und Elisabeth – sie freuen sich füreinander und sie freuen sich miteinander. Ist das in einem ganz anderen Bereich nicht etwas, was wir gut kennen? Als Spieler oder als Zuschauer kennen wir den Jubel auf dem Fußballplatz nach einem wichtigen Tor. Der Torschütze will sich beim Passgeber bedanken und die ganze Mannschaft bei ihm. Und gemeinsam merken sie: Es ist mir gelungen.
Und in unserem Alltag? Gibt es da nicht auch gemeinsame Freude? Ein Kaffee ist schnell gemacht und getrunken. Ein Kaffee zu zweit ist etwas anderes. Und wenn dabei gemeinsam überlegt wird, wie man ein Problem vor Ort lösen kann, entsteht etwas Neues und Gutes.
Vielleicht machen zwei Menschen einen gemeinsamen Spaziergang, von denen einer sich gut orientieren kann, der andere aber den Blick für die kleinen Details am Rande hat. Musiker mit verschiedenen Instrumenten kommen zusammen, um gemeinsam ein Stück zu spielen. Orgel und Querflöte kann ein Beispiel sein oder Klarinette und Geige. Wenn jeder mit seinem Instrument zum Tragen kommt, wird mehr daraus.
Beiden macht das gemeinsame Spiel Freude und die Zuhörer genießen es. Da muss ich noch einmal an Maria und Elisabeth denken. „Maria eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa“, hieß es am Beginn des heutigen Evangeliums. Elisabeth hatte sie nicht gerufen. Es war ein Impuls, dem Maria gefolgt ist. Elisabeth wurde vom Heiligen Geist erfüllt. Sie ist wach für die Reaktion in ihrem Herzen. Niemand musste die beiden zusammenbringen. Niemand musste ihnen sagen: „Tue dies oder das.“ Beide merkten und wurden so zum Segen für die andere. Und ihre beiden Söhne wurden jeweils zum Segen für ihre Zeit.

Lassen sie uns gemeinsam weiter voller Vorfreude den 4. Advent feiern.

Ihr Joachim Kahle

© www.familien234.de

Impuls für Kinder

Zwei Frauen begegnen sich. Sie sind Cousinen. Und beide bekommen ein Kind. Sie freuen sich, als sie sich sehen. Aber mehr noch, die eine – Elisabeth – freut sich so sehr, die Maria zu sehen, dass sie sie auf eine ganz besondere Weise begrüßt. Aber nicht nur die Frauen begrüßen sich. Auch die Kinder, die noch gar nicht geboren sind, scheinen sich zu begrüßen. Vielleicht lasst Ihr Euch die Geschichte noch einmal vorlesen. Achtete einmal besonders darauf, wie sich die Frauen und wie sich die Kinder begrüßen.
Habt Ihr es herausgefunden? Richtig – zwei Wörter werden besonders erwähnt: „gesegnet“ und „hüpfen“.
„Gesegnet sein“  kommt von „Segen“; und „Segen“ kommt von „Sagen“. Dahinter steckt das lateinische Wort für „segnen“. Das ist „benedicere“ – und das heißt „jemandem etwas Gutes sagen“. Wenn man jemandem sagt, er sei gesegnet, dann sagt man damit, dass er auf einem guten Weg ist. Man weiß, Gott ist diesem Menschen nahe. Wenn zwei Kinder, die sich gut verstehen, einander begegnen, springen sie oft vor Freude. So tut es auch – auch wenn es noch gar nicht geboren ist, das Kind von Elisabeth. Es wird einmal Johannes heißen und viel mit Jesus, dem Kind von Maria, zu tun haben.
Elisabeth und Johannes spüren, dass hier etwas besonderes geschieht. Maria, die Jesus, Gottes Sohn, in sich trägt, kommt zu Besuch. Elisabeth und Johannes haben allen Grund zur Freude.
Übrigens: Die Geschichte ist so berühmt, dass es sogar eine Kurzform der Geschichte gibt, die manchmal in der Kirche gebetet wird. Das Gebet heißt:

Gegrüßet seist Du Maria, voll der Gnade, der Herr ist mir dir.
Du bist gebenedeit unter den Frauen,
und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.
Und dann endet das Gebet mit:
Heilige Maria, Mutter Gottes,
bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes.
Amen.

(Dr. Werner Kleine)

Wer Lust hat, das Bild oben auszumalen, findet es hier:

www.erzbistum-koeln.de/export/sites/ebkportal/seelsorge_und_glaube/ehe_und_familie/.content/.galleries/ausmalbilder/C_4.AdventSo.pdf

Tauet, ihr Himmel, von oben!
Ihr Wolken, regnet herab den Gerechten!
Tu dich auf, o Erde, und sprosse den Heiland hervor!

Vgl. Jes 45, 8
Joachim Kahle
Gemeindereferent
Erbsengasse 365795Hattersheim
Tel.:06190 8879512

Cookie Einstellungen

Statistik-Cookies dienen der Anaylse, indem Informationen anonymisiert gesammelt werden.

Anbieter:

Bistum Limburg

Datenschutz