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26. Sonntag im Jahreskreis

26. Sonntag im Jahreskreis
26. Sonntag im Jahreskreis
© pixabay

Tagesgebet

Großer Gott, du offenbarst deine Macht vor allem im Erbarmen und im Verschonen.
Darum nimm uns in Gnaden auf,
wenn uns auch Schuld belastet.
Gib, dass wir unseren Lauf vollenden
und zur Herrlichkeit des Himmels gelangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Amen.

Erste Lesung (Ez 18, 25–28)

So spricht der Herr:
Ihr sagt: Der Weg des Herrn ist nicht richtig. Hört doch, ihr vom Haus Israel: Mein Weg soll nicht richtig sein? Sind es nicht eure Wege, die nicht richtig sind?
Wenn ein Gerechter sich abkehrt von seiner Gerechtigkeit und Unrecht tut, muss er dafür sterben. Wegen des Unrechts, das er getan hat, wird er sterben.
Wenn ein Schuldiger von dem Unrecht umkehrt, das er begangen hat, und nach Recht und Gerechtigkeit handelt, wird er sein Leben bewahren.
Wenn er alle seine Vergehen, die er verübt hat, einsieht und umkehrt, wird er bestimmt am Leben bleiben.
Er wird nicht sterben.

Evangelium (Mt 21, 28–32)

In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohepriestern und den Ältesten des Volkes:
Was meint ihr?
Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zum ersten und sagte: Mein Kind, geh und arbeite heute im Weinberg!
Er antwortete: Ich will nicht. Später aber reute es ihn und er ging hinaus.
Da wandte er sich an den zweiten und sagte zu ihm dasselbe.
Dieser antwortete: Ja, Herr – und ging nicht hin.
Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt?
Sie antworteten: Der erste.
Da sagte Jesus zu ihnen:
Amen, ich sage euch: Die Zöllner und die Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr. Denn Johannes ist zu euch gekommen auf dem Weg der Gerechtigkeit und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt.

 

© Innviertlerin auf pixabay

Geistlicher Impuls unseres Gemeidereferenten Joachim Kahle "Jeder ist seines Glückes eigener Schmied.“-?

Liebe Gemeinde!

Sie kennen bestimmt den Ausspruch: "Jeder ist seines Glückes eigener Schmied.“-? Er will ausdrücken: Jedem ist es in die Hand gegeben, aus dem, was er geschenkt bekommen hat, etwas zu machen - aus seinem Leben, aus seinen Fähigkeiten, aus seiner Situation, in der jeder von uns gerade stecken mag.
Viel Energie und auch viel Geld müssen anscheinend heutzutage daran gesetzt werden, dass man etwas "werden kann", dass man Geld, Ansehen, Ruhm hat, wenn man es braucht. Den einen ist es in den Schoss gelegt, die anderen müssen  es sich hart erarbeiten und zum Teil erkämpfen. Es ist hart und keine einfache Arbeit, seines Glückes Schmied zu sein.
Und dann gibt es die Menschen, die auf der anderen Seite des Glückes stehen - jene, die von der Gesellschaft vergessen und ausgeklammert sind, die vom Pech verfolgt sind, um beim Sprichwort zu bleiben. Die Verlorenen, diejenigen, die durch die Maschen des Netzes unserer Gesellschaft gefallen sind. Die, die keine Chance mehr haben oder auch nie eine in ihrem Leben hatten, sich auch nur ein Stück Glück selber schmieden zu können.
In dieser unseren gesellschaftlichen Befindlichkeit stellt uns die Kirche heute zwei Abschnitte der Heiligen Schrift vor Augen: Die Lesung aus dem Alten Testament, aus dem Buch des Propheten Ezechiel. Und das Evangelium von Matthäus.

Das Glück des Menschen liegt in Gottes Händen

Das Glück der Menschen der Bibel - und auch unser Glück, wenn wir versuchen, aus der Bibel zu leben, zumindest das, was wir begriffen haben - liegt nicht in seinen oder unseren Händen, sondern in Gottes Händen. Glücklich ist, wer sein Leben auf Gott und sein Wort hin ausrichtet, er wird im Gericht dem Unheil entgehen. Das Heil oder das Glück liegt insofern in den Händen von uns Menschen, insoweit uns Gott selber die Freiheit und die Fähigkeit gegeben hat, Entscheidungen zu treffen, das Leben nach seinem Wort hin zu gestalten - oder eben nicht.

Das Glück des Menschen liegt auch in unseren eigenen Händen

Wie gehen wir Menschen oft mit dieser Möglichkeit und mit dieser Verantwortung um? Die Textstellen geben uns zwei konkrete Beispiele:

  1. Man schiebt die Schuld und damit auch die Verantwortung Gott zu. Das Volk Israel kreidet Gott sein Verhalten an, statt sich selber in Verantwortung zu rufen. Gott zu sagen, was er zu tun hat - das steht selbst dem Volk Gottes nicht zu. Vielmehr ruft JHWH sein Volk wach, dass es bedenkt, was es tut:
    • Wer die Möglichkeit hat, gerecht zu sein, der soll sie nützen.
    • Wer in Schuld verstrickt ist, dem wird die Möglichkeit gegeben, umzukehren, seinem Leben eine andere Ausrichtung zu geben. Unabhängig davon, was die Generation vor einem oder man selbst getan hat. Ein neuer Anfang ist von Gott gesetzt - das kann uns aufatmen lassen. Und doch kommt auch die Dringlichkeit ins Spiel, den Schatz der Gerechtigkeit nicht auf das Spiel zu setzen, dafür Sorge zu tragen.
  2. Man tut so, als ob man hört - aber handelt nicht. So nach dem Motto "In das eine Ohr hinein - und in das andere hinaus." Euer Ja sei ein Ja, und Euer Nein sei ein Nein. Wenn es um die Gerechtigkeit geht, sind keine lauwarmen Antworten gefragt, auf die man und Gott sich nicht verlassen können.

Wenn es darum geht, den Willen Gottes zu erfüllen, dann vertrauen Gott und die Menschen darauf, dass unsere Antwort, unser JA ernst gemeint ist. Lieber ein echtes Nein mit der Möglichkeit, dieses Negative ins Positive zu kehren, als ein Ja, das eigentlich ein Nein ist. Unsere Antwort bewahrheitet sich in unseren Werken. Auf diese Wahrhaftigkeit schaut JHWH und Jesus Christus.
Diese beiden Abschnitte aus dem Alten und Neuen Testament können uns auch Richtlinien für unseren Alltag sein: In unserem Ausgerichtet sein auf Gott hin, in unserem Streben, seine Gerechtigkeit erfahren zu dürfen, werden wir in Anspruch genommen, unseren Blick nicht bloß schnurstracks nach oben zu richten, sondern unseren Nächsten, unsere Mitmenschen, wenn Sie wollen, unsere Gesellschaft mithineinzunehmen. Und so sind wir selbst in Frage gestellt, uns zu überlegen, wann wir das Verhalten anderer ankreiden, wenn es eigentlich an uns läge, etwas zu tun. Oder wie wahrhaftig wir selber sind, ob wir uns im ersten oder zweiten Sohn des Evangeliums wiederfinden.

Unser Tun auf Gott ausrichten

Gott lädt uns ein, unser Tun zu bedenken, uns neu auszurichten auf ihn - in einer Dringlichkeit, aber auch in einer Wahrhaftigkeit, so dass wir selber in der Lage sind, "unseres Glückes eigener Schmied zu sein", aber darüber hinaus auch die miteinzubeziehend, die nicht dazu in der Lage sind. Das meint Gerechtigkeit in Gottes Augen. Gott lädt uns ein, unsere Beziehungen neu zu betrachten, damit wir miteinander an unserem Glück, an unserem Wohl arbeiten können, an einer Gesellschaft, in der jeder und jede die Chance hat, einen Neuanfang zu wagen und umzukehren, an einer Gesellschaft, in der wir uns aufeinander verlassen können.

Impuls für Kinder

Na das sind ja zwei tolle Brüder, von denen Jesus da erzählt: Der eine übernimmt eine Aufgabe und tut sie dann nicht. Und der andere lehnt die Bitte vom Vater ab und macht’s dann doch. Nicht schwer zu sagen, wer da am Ende den Wunsch des Vaters erfüllt.
Und die Botschaft dieser Erzählung? Etwas Gutes tun ist wichtiger, als nur zu reden! Und das Richtige tun kann man auch dann noch, wenn man am Anfang das Falsche getan hat.

Aber das ist nur die eine Seite dieser Bibelerzählung. Spannend ist noch die Frage: warum erzählt Jesus diese Geschichte den Hohepriestern und den Ältesten. Das waren doch kluge Männer: Die Würdenträger der Stadt, fast so was wie Bürgermeister und Oberpfarrer! Die dürften die Antwort auf die Frage, wer den Willen des Vaters tut, doch wohl kennen. Und die würden doch wohl selber den Willen Gottes tun und nicht nur drüber reden.
Tja, und genau das war damals die Frage: Wer konnte sagen, was der Wille Gottes ist? Da gab es zum einen die 10 Gebote. Die Hohepriester überwachten das Einhalten dieser Gebote und mussten oder konnten gefragt werden, wenn etwas unklar war.
Aber dann tauchten im israelischen Volk immer wieder Menschen wie Johannes und Jesus auf, die behaupteten, im Auftrag Gottes zu sprechen. Und den Menschen sagten, wie sie zu Gott finden könnten. Das war schwierig für die Hohepriester: Kam ihre Botschaft wirklich von Gott? Führten sie die Menschen wirklich auf den rechten Weg zu Gott?

Jesus sagt den religiösen Leitern des Volkes: Ich bin von Gott gesandt. Und Johannes war es auch, glaubt daran! Hört auf unsere Botschaft: es kommt nicht nur darauf an, alle Gebote und Regelungen - sozusagen 'technisch' oder 'rechtlich'' - einzuhalten. Es ist wichtig, mit dem Herzen das Richtige zu tun. Selbst, wenn man erst spät damit beginnt!  (Efi Goebel)

Ausmalbild für Kinder passend zum heutigen Evangelium

Alles, was du uns getan hast, o Herr,
das hast du nach deiner gerechten Entscheidung getan,
denn wir haben gesündigt, wir haben dein Gesetz übertreten.
Verherrliche deinen Namen und rette uns
nach der Fülle deines Erbarmens.

Vgl. Dan 3, 31.29.30.43.42
Joachim Kahle
Gemeindereferent
Erbsengasse 365795Hattersheim
Tel.:06190 8879512
Fax.:06190 8879525

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