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Maria Lichtmess

Maria Lichtmess
Maria Lichtmess
© pixabay

Gebet zur Kerzenweihe

Gott, du bist das wahre Licht,
das die Welt mit seinem Glanz hell macht.
Erleuchte auch unsere Herzen,
damit alle, die heute mit brennenden Kerzen
in deinem heiligen Haus vor dich hintreten,
einst das ewige Licht deiner Herrlichkeit schauen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Amen.

Evangelium (Lk 2,22-40)

Als sich für die Eltern Jesu die Tage der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung erfüllt hatten, brachten sie das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn darzustellen, wie im Gesetz des Herrn geschrieben ist:
Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn heilig genannt werden. Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt:
ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.
Und siehe, in Jerusalem lebte ein Mann namens Símeon. Dieser Mann war gerecht und fromm und wartete auf den Trost Israels und der Heilige Geist ruhte auf ihm. Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Christus des Herrn gesehen habe.
Er wurde vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern das Kind Jesus hereinbrachten, um mit ihm zu tun, was nach dem Gesetz üblich war, nahm Símeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten:
Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.
Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden.
Und Símeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu:
Siehe, dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele zu Fall kommen und aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird, – und deine Seele wird ein Schwert durchdringen. So sollen die Gedanken vieler Herzen offenbar werden.
Damals lebte auch Hanna, eine Prophetin, eine Tochter Pénuëls, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt.
Als junges Mädchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt; nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten.
Zu derselben Stunde trat sie hinzu, pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.
Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazaret zurück.
Das Kind wuchs heran und wurde stark, erfüllt mit Weisheit, und Gottes Gnade ruhte auf ihm.

 

© Bernhard Riedl auf: pfarrbriefservice.de

Impuls unseres Pfarrers Andreas Klee

Liebe Pfarrgemeinde,

vierzig Tage nach Weihnachten feiern wir am 2. Februar ein Fest der Begegnung mit Gott. Diesen Namen erhielt dieser Festtag in der Ostkirche.
Vertrauter wird Ihnen die Bezeichnung „Mariä Lichtmess“ sein, denn das Fest wurde im Westen mit einer Kerzenweihe und Lichterprozession verbunden und besonders als Marienfest gefeiert.
Früher endete mit diesem Tag der weihnachtliche Festkreis, an dem in Kirchen und Privathäusern die Weihnachtskrippen abgebaut wurden. Seit 1969 heißt der Tag offiziell „Darstellung des Herrn“.
Alle drei Bezeichnungen hängen mit dem entsprechenden Evangelium zusammen, das an diesem Tag in den Kirchen gelesen wird (Lk 2,22-39). Dort preisen Simeon und Hanna Jesus als das Licht, dass alle Welt erleuchtet.

Wie aber passt dieses lichtreiche Fest mit den Schatten zusammen, die gemäß des gleichen Evangelientextes mit einfließen? Dort heißt es nämlich in der Weissagung des Simeon an Maria, in Bezug auf das Leben und Wirken ihres Sohnes: „Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen“ (Lk 2,35). Das bedeutet: Die Entscheidungen, die dein Sohn trifft und dem Auftrag, dem er folgt, werden für ihn und dich (Maria) nicht ohne Schmerz sein. Heute wissen wir, wie schmerzlich Jesu Ende war, auch für seine Mutter; und bald beginnen wir in der Fastenzeit uns mit dem Leiden und Tod Jesu zu beschäftigen.
Jesus, als das Licht der Welt ist nicht gleichzusetzen mit einem paradiesischen Zustand. Gerade weil viele Menschen im Dunkel lebten, kam er in die Welt, um ihr Leben zu erhellen. Ganz besonders nahm er sich der Ausgestoßenen, Sünder und Kranken an. Ihnen sagte er zu, dass sie von Gott geliebt seien und zu ihm Abba „lieber Vater“ sagen können. Durch sich selbst bezeugt er das Erbarmen und die Vergebung Gottes und öffnet so allen Menschen einen Zugang zur göttlichen Wahrheit.
So scheute er auch nicht die Auseinandersetzung mit den geistlichen Führern der damaligen Zeit. Sein Eintreten für die Ausgegrenzten der Gesellschaft, sein Anspruch, dass das Gesetz für den Menschen da ist und nicht umgekehrt, sowie sein entschiedenes, aber auch souveränes Gottesbekenntnis ließen aus dem anfänglichen Konflikt mit dem jüdischen Establishment schnell einen tiefen Bruch entstehen. Die Folge war der Tod Jesu, der aber nicht das Ende, sondern einen neuen Anfang durch die Auferstehung setzte.

Ja, das lichtreiche Fest „Darstellung des Herrn“ passt mit den dunklen Weissagungen des Simeon zusammen. Denn nur dort. wo es dunkel ist, wirkt das Licht. Lassen auch Sie sich vom Licht Jesu erhellen und leuchten Sie anderen in ihrem oft sehr facettenreichen Leben.

 

© pixabay

Wir haben dein Heil empfangen, o Gott, inmitten deines Tempels.
Wie dein Name, Gott, so reicht dein Ruhm bis an die Enden der Erde;
deine rechte Hand ist voll von Gerechtigkeit.

Vgl. Ps 48 (47), 10–11
Andreas Klee
Pfarrer
Erbsengasse 365795Hattersheim
Tel.:06190 887950
Fax.:06190 8879525

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