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Sechsundzwanstigster Sonntag im Jahreskreis

Sechsundzwanstigster Sonntag im Jahreskreis
Sechsundzwanstigster Sonntag im Jahreskreis
© pixabay

Tagesgebet

Großer Gott, du offenbarst deine Macht vor allem
im Erbarmen und im Verschonen.
Darum nimm uns in Gnaden auf,
wenn uns auch Schuld belastet.
Gib, dass wir unseren Lauf vollenden
und zur Herrlichkeit des Himmels gelangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Amen.

Evangelium (Mk 9, 38–43.45.47–48)

In jener Zeit sagte Johannes, einer der Zwölf, zu Jesus: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb; und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgt.
Jesus erwiderte: Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen eine Machttat vollbringt, kann so leicht schlecht von mir reden.
Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.
Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört – Amen, ich sage euch:
Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen. Wer einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde.
Wenn dir deine Hand Ärgernis gibt, dann hau sie ab; es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei Händen in die Hölle zu kommen, in das nie erlöschende Feuer.
Und wenn dir dein Fuß Ärgernis gibt, dann hau ihn ab; es ist besser für dich, lahm in das Leben zu gelangen, als mit zwei Füßen in die Hölle geworfen zu werden.
Und wenn dir dein Auge Ärgernis gibt, dann reiß es aus; es ist besser für dich, einäugig in das Reich Gottes zu kommen, als mit zwei Augen in die Hölle geworfen zu werden, wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.

© Ted Browning, pixabay

Impuls unseres Wortgottesdienstleiters Klaus Manger

Der prägende Satz im heutigen Evangelium: „Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.“

Den Spruch kenne ich noch aus der Zeit der 1968er Demonstrationen - und er war oft verbunden mit der Aussage von den „nützlichen Idioten“. Es sieht heute so aus, als ob die „nützlichen Idioten“ die waren, die das Land dann weitergebracht haben.
Die Tendenz bei Menschen, die von einer Idee überzeugt sind, nur - und aber auch nur - das zu akzeptieren, was man selbst entwickelt und erdacht hat, das führt zu einem Hegemonialanspruch und letztlich zu einem überheblichen Denken, aus dem man nicht mehr herauskommt.
Beispiele, wohin das führt, haben wir im Nationalsozialismus und im Kommunismus erlebt, erleben es in den Herrschaftsansprüchen von Autokraten, Diktaturen und Ideologien, wo alles bis ins Kleinste geregelt und überwacht wird. Und wir selbst sind auch nicht immer frei davon. Auch das, was Kirche da oft in den Jahrhunderten und bis heute als ihr Alleinstellungsmerkmal einfordert, kann diese Enge im Denken erzeugen. Und nur diese Denk- und Handlungsweisen dürfen dann Gültigkeit haben. Gern mit der Aussage: Allein selig machend.

„Wer nicht gegen uns ist, ist für uns.“ 

Beispiel: Mitten in den Zeiten der Coronapandemie gelingt es Papst Franziskus „die interreligiösen Beziehungen zu stärken, um die großen Religionen zu einem solidarischen Vorgehen zu bewegen. Im Anschluss an das Dokument über die Brüderlichkeit aller Menschen für ein friedliches Zusammenleben in der Welt“ (…) „ist ein islamisch-christliches Komitee zur Förderung der darin formulierten Ziele gegründet worden. (…) Mitglied ist auch ein „Vertreter der jüdischen Gemeinde von Washington“ (…) „das Komitee ruft für den 14. Mai (2020) einen Tag des Gebetes und Fastens aus um für das Ende der Pandemie zu beten. Alle Menschen überall in der Welt können teilnehmen - ungeachtet ihres Glaubens, ihrer Religion oder ihrer Weltanschauung. Das Besondere an dieser Initiative ist, dass sie sich auch an Nicht-Glaubende richtet. Die Gläubigen aller Religionen sollen beten und die Nicht-Glaubenden innehalten zu einem ´spirituellen Gedanken, einer Reflexion über das Menschsein`.“
*Marco Politi: Im Auge des Sturms, Franziskus, die Pest und die Heilung der Welt, S. 48-49, Herder-Verlag 2021

Es geht nicht darum Erster, Bester, Größter zu sein, es geht darum Welt zum Guten zu verändern. Und dann ist Gott dabei. Mehr braucht es nicht.
Jesus denkt nicht rivalisierend. Er ist für den Menschen da. Er weist auf den Vater hin, der unser Heil will. Wir sollen heil werden, geheilt. Alle.
Unsere Nachfolge kann nur so aussehen, wie wir es verstehen. An den Früchten werden wir erkannt, nicht an penibler Einhaltung von Vorschriften. Alles was uns Ärgernis ist in diesem Vergleichen, der bessere Mensch oder Christ zu sein, hält uns auf im Wirksamwerden für die Botschaft.

Es ist eine wunderbare Vielfalt, diese unterschiedlichen Menschen, die danach streben das Richtige zu tun. „Gutes tun, fröhlich sein und die Spatzen pfeifen lassen“, sagt Don Bosco. Da müssen wir nicht in abwertenden Wettbewerb gehen.
Denken wir an die unglaublich vielen Menschen, die - aus welchem Grund auch immer - in den Überschwemmungsgebieten geholfen haben. Oder an die, die nicht gefragt haben, unter welcher Kirchenfahne oder Gesinnung man Menschen auf der Flucht geholfen hat.
Ich denke, wir sollten einfach als Christen handeln und nicht unsere Kraft für die Definitionen von Alleinstellungsmerkmalen vergeuden. Glaube und lege los - und alles das, was dir diese ärgerlichen Konkurrenzgedanken macht, das wirf weit weg von dir, denn es hindert dich am Wesentlichen, der Nachfolge.

Und GOTT weiß um uns, der ist immer für uns da, für uns ALLE.

Alles, was du uns getan hast, o Herr,
das hast du nach deiner gerechten Entscheidung getan,
denn wir haben gesündigt, wir haben dein Gesetz übertreten.
Verherrliche deinen Namen und rette uns
nach der Fülle deines Erbarmens.

Vgl. Dan 3, 31.29.30.43.42
Klaus Manger
Wortgottesdienstleiter

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