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Texte zum 16. Sonntag im Jahreskreis

Texte zum 16. Sonntag im Jahreskreis
Texte zum 16. Sonntag im Jahreskreis
© Pixabay

Tagesgebet

Herr, unser Gott, sieh gnädig auf alle, die du in deinen Dienst gerufen hast. Mach uns stark im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe, damit wir immer wachsam sind und auf dem Weg deiner Gebote bleiben. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Evangelium (Mt 13, 24–30)

In jener Zeit erzählte Jesus der Menge folgendes Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während nun die Menschen schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und ging weg. Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein. Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut? Er antwortete: Das hat ein Feind getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen? Er entgegnete: Nein, damit ihr nicht zusammen mit dem Unkraut den Weizen ausreißt. Lasst beides wachsen bis zur Ernte und zur Zeit der Ernte werde ich den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune!

Geistlicher Impuls von Pastoralreferentin Juliane Schaad

Wer zurzeit einen Spaziergang durch die Felder macht, kann das Bild der Ernte des Weizens gut nachvollziehen. Einzelne Kornfelder stehen vielleicht noch, die meisten aber sind abgeerntet und man sieht noch die liegengebliebenen Halme und Körner, an denen sich die Vögel erfreuen, bevor sie umgepflügt werden. Am Wegesrand sehen wir dann die Pflanzen, die der Evangelist und die Bauern als Unkraut bezeichnen würden: solche, die dem was gesät wurde, Platz, Licht und Wasser wegnehmen und bisweilen eine gute Ernte verhindern. Andererseits erfreut uns Unkraut oft seinerseits mit wunderschönen Blüten oder enthält selbst Heilkräfte. Wenn die Pflanzen noch klein sind, ist oft schwer zu unterscheiden, was da heran wächst und ob es uns nützt oder nicht. Das gilt auch für das, was in unserem Garten oder auf dem Balkon oder der Terrasse wächst. Da hilft uns dann der Rat des Gutsherren im heutigen Evangelium: Lasst das Unkraut wachsen. Wenn die Pflanze groß ist, können wir erkennen, ob sie dem entspricht, was wir erwartet haben und auf dem Pflanzentütchen versprochen wurde. So lasse ich besser manches ungeplante Kraut wachsen, bis ich mir sicher bin, dass ich sie nicht haben will – dann wird es ausgerissen. Und bei anderen Pflanzen stelle ich fest: Obwohl ich sie nicht angepflanzt habe, gefallen sie mir gut, dürfen stehen bleiben und sind mir vielleicht sogar zum Nutzen. Auch in unserem Leben gilt es immer wieder das Unkraut vom Weizen zu unterscheiden. Da ist es bisweilen gar nicht so leicht zu erkennen, ob meine Gedanken, Gebete oder Erkenntnisse von Gott stammen und dem Guten dienen oder nicht. Da hilft der Rat des Gutsherrn im Evangelium: Lasst beides wachsen bis zur Ernte. Wenn ich dann aber erkenne, dass ein Gedanke oder ein Weg den ich eingeschlagen habe, nicht mehr Leben in Fülle schafft, sondern weniger und schlecht für mich oder andere ist, ist es auch an der Zeit den Weg zu ändern und eine Gewohnheit zu meiden. Gott möchte, dass wir mit seiner Hilfe das Leben in Fülle haben und das Gute, den Weizen ernten können. Die Überlieferungen der Bibel und die Traditionen und Gebote der Kirche können bei der Unterscheidung zwischen Weizen und Unkraut helfen und uns Mut machen eine Überzeugung zu leben, selbst, wenn sie dem "Strom der Zeit" widerspricht. Im 1. Thessalonicher Brief schreibt Paulus: "Prüft alles und behaltet das Gute." Auch wenn wir wissen, dass es zu unserem Menschsein dazu gehört, dass Gutes und Böses, Platz in unserem Herzen hat, müssen wir nicht verzweifeln, sondern dürfen darauf vertrauen, dass Gott uns hilft, das Gute zu erkennen und mit seiner Hilfe durch Gedanken, Worte und Werke ein Stück vom Himmel auf Erden Wirklichkeit werden zu lassen.

Geduldig sein heißt, einfach da sein, warten, bis etwas reif ist. Nur wer das Nichtstunkönnen, das Nichtssehen, das Ausgeliefertsein an die Prozesse des Wachsens und Reifens aushält, wird ernten können, was reif ist. Es liegt wohl in der Natur des Menschen, dass er alles selber machen will. Im Warten trägt er schwer an seiner Ohnmacht, dass das Wachsen und Reifen nicht ihm gehorcht, sondern einem anderen, dem inneren Prozess oder Gott, der das Wachsen und Reifen bewirkt. (Anselm Grün)

Gott ist mein Helfer, der Herr beschützt mein Leben.
Freudig bringe ich dir mein Opfer dar
und lobe deinen Namen, Herr,
denn du bist gütig.

Ps 54, 6.8
Juliane Schaad
Pastoralreferentin
Buchenstr. 165795Hattersheim
Tel.:06190 88816330
Fax.:06190 8879525