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Zehnter Sonntag im Jahreskreis

Zehnter Sonntag im Jahreskreis
Zehnter Sonntag im Jahreskreis
© pixabay

Tagesgebet

Der Herr ist mein Licht und mein Heil;
vor wem sollte ich mich fürchten?
Der Herr ist die Kraft meines Lebens;
vor wem sollte mir bangen?
Meine Bedränger und Feinde,
sie müssen straucheln und fallen.

Evangelium (Mk 3, 20–35)

In jener Zeit ging Jesus in ein Haus und wieder kamen so viele Menschen zusammen, dass er und die Jünger nicht einmal mehr essen konnten. Als seine Angehörigen davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurückzuholen; denn sie sagten:  Er ist von Sinnen. Die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sagten: Er ist von Beélzebul besessen; mit Hilfe des Herrschers der Dämonen treibt er die Dämonen aus.
Da rief er sie zu sich und belehrte sie in Gleichnissen:
Wie kann der Satan den Satan austreiben? Wenn ein Reich in sich gespalten ist, kann es keinen Bestand haben. Wenn eine Familie in sich gespalten ist, kann sie keinen Bestand haben. Und wenn sich der Satan gegen sich selbst erhebt und gespalten ist, kann er keinen Bestand haben, sondern es ist um ihn geschehen. Es kann aber auch keiner in das Haus des Starken eindringen und ihm den Hausrat rauben, wenn er nicht zuerst den Starken fesselt; erst dann kann er sein Haus plündern.
Amen, ich sage euch: Alle Vergehen und Lästerungen werden den Menschen vergeben werden, so viel sie auch lästern mögen; wer aber den Heiligen Geist lästert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung,
sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften. Sie hatten nämlich gesagt: Er hat einen unreinen Geist.
Da kamen seine Mutter und seine Brüder; sie blieben draußen stehen und ließen ihn herausrufen. Es saßen viele Leute um ihn herum
und man sagte zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und suchen dich.
Er erwiderte: Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder? Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder.
Wer den Willen Gottes tut, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.

© pixabay

Impuls unseres Gemeindereferenten Joachim Kahle

Liebe Gemeinde,

Gemeinschaft macht stark!
Das ist eine alltägliche Erfahrung, über die wir in der Regel kaum nachdenken, die wir aber in vielen Situationen unseres Lebens nutzen. So ist z.B. unser Sozialsystem ist darauf aufgebaut, dass jeder Einzelne seinen Beitrag leistet, aber erst durch die Gemeinschaft vieler auch jeder und jede die Hilfe bekommt, die benötigt wird. Ein weiteres Beispiel: Viele Initiativen, die einzelne Menschen angestoßen haben, sind nur deshalb zu einer Bewegung geworden, weil ganz viele andere Menschen sich von dieser Idee haben anstecken lassen.
Auf der anderen Seite brechen Gemeinschaften auseinander, weil irgendjemand einmal damit angefangen hat, den Sinn und Zweck dieser Vereinigung zu hinterfragen. Wenn das Ziel aus den Augen gerät, dann kommt es dazu, dass Mitglieder sich verabschieden, nicht mehr mitmachen und so der Gemeinschaft den Rücken kehren. Wenn dann viele diesem Beispiel folgen, dann kann ein Dominoeffekt große Institutionen ins Wanken bringen. Diese erschreckende Entwicklung können wir leider auch bei den hohen Zahlen unserer Kirchenaustritte wahrnehmen.
Eine kleine Ursache kann zu einer großen Wirkung führen. Letztlich leben unser Glaube und unsere Kirche ebenfalls davon, dass wir eine Gemeinschaft sind, und füreinander eintreten. Die beste Botschaft der Welt hat keine Chance, Menschen davon zu begeistern, wenn die Gemeinschaft der Glaubenden kein gemeinsames Fundament mehr hat. Wo das gemeinsame Ziel fehlt, laufen alle in eine andere Richtung.

Unterschiedliche Menschen – ein gemeinsames Ziel
Jesus waren diese Zusammenhänge klar. Seine Botschaft vom Reich Gottes kann nur dann unter die Leute kommen, wenn es eine Gemeinschaft von Menschen gibt, die glaubwürdige Zeugen seiner Botschaft sind. Er brauchte Menschen, die ein gemeinsames Ziel vor Augen haben, auch wenn sie sonst sehr unterschiedliche Ausprägungen, Fähigkeiten, Eigenschaften und Charismen haben. Die Schar seiner Jünger und Apostel, die er um sich gesammelt hat, ist ein Zeichen für diese vielseitige und bunte Gemeinschaft. Die Zusammensetzung dieser Gruppe spiegelt eine Vielfalt an Einstellungen und Charakteren wider, die kennzeichnend ist für die Intention Jesu. Ihm ging es darum, möglichst viele Menschen mit ihren Lebensentwürfen einzubinden. Die Vielfalt der Meinungen ist für Jesus kein Hinderungsgrund, einen gemeinsamen Glauben zu vertreten. Das gemeinsame Ziel, das Reich Gottes zu verkünden, ist die einende Kraft. Sie wird gestärkt durch das Wirken des Geistes.
Doch Jesus war auch bewusst, dass diese Unterschiedlichkeit der Einstellungen eine Herausforderung ist. Sie kann nur dann Erfolg haben, wenn die Glaubenden füreinander einstehen und das Verbindende nicht aus den Augen verlieren. Wie sollen wir das verstehen? Im Johannes Evangelium ist uns dazu ein Wort Jesu überliefert: „Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast“ (Joh 17,21).

Die Botschaft gewinnt nur durch Glaubwürdigkeit
Diese Mahnung, die Jesus uns im Evangelium mit auf den Weg gegeben hat, gilt auch für uns heute: Wo Menschen zerstritten sind, wo sie sich entfremdet haben oder gegeneinander statt miteinander leben und arbeiten, gibt es auf Dauer keinen Bestand. Früher oder später zerbrechen menschliche Gemeinschaften, wenn sie kein festes gemeinsames Fundament mehr haben.
Für uns Christen heute ist das der Hinweis darauf, dass wir als Gemeinschaft der Glaubenden da glaubwürdig sind, wo wir das gemeinsame Ziel nicht aus den Augen verlieren. Eine zersplitterte Kirche, die um sich selbst kreist, hat keine Kraft mehr, das Evangelium Jesu Christi in die Welt zu tragen. Gottes Wort verblasst und wird leblos, wenn die Verkünder untereinander zerstritten sind.
Unsere Gemeinden haben da eine große Außenwirkung und können etwas von der Botschaft des Reiches Gottes in die Welt tragen, wo sie gemeinsam ein Ziel vor Augen haben und ihre Aufgabe darin sehen, mit den Menschen für das Reich Gottes in dieser Welt zu wirken.

Die Vielfalt miteinander verknüpfen
So wird deutlich, dass die christlichen Gemeinschaften eine positive Strahlkraft besitzen, wenn sie es schaffen, unterschiedliche Standpunkte und Charaktere zu verbinden. Da entsteht das Reich Gottes in ihrer Mitte. Die Warnung Jesu gilt bis heute, dass wir Christen unsere Unterschiede nicht als Spaltung auffassen dürfen, sondern sie miteinander verknüpfen sollen. Dann haben wir die Chance, dass unser Glaube in dieser Welt als Lebenshilfe erfahren wird.
Wo wir so nach dem Willen Gottes in unserem Leben, und im Leben unserer Kirchengemeinde suchen, da sind wir Schwestern und Brüder Jesu und haben ein Fundament, das uns sicheren Halt gibt. Das wünsche ich uns allen von ganzem Herzen.

Ihr Joachim Kahle

Wer möchte, kann hier das Lied "Lass uns in deinem namen Herr" GL 446 singen
www.youtube.com/watch

Impuls für Kinder unserer Pfarrgemeinde

Liebe Kinder!

Jesus hat viel zu tun. Er hat sogar so viel zu tun, dass er keine Zeit mehr zum Essen hat. Das habt ihr selbst bestimmt auch schon einmal erlebt: Ihr wolltet mit Papa und Mama spielen oder ihnen etwas erzählen. Aber die haben keine Zeit. Ihr habt da natürlich ein paar Tricks auf Lager. Man kann ein bisschen herumnörgeln. Oder man kann laut werden. Irgendwann hören Papa und Mama dann zu. Manchmal werden sie auch ärgerlich.
Bei Jesus ist das ähnlich. Nur kommen seine Mutter und seine Brüder zu ihm. Sie machen sich Sorgen um ihn. Sie denken: Wer so viel für andere Menschen tut und nicht mehr an sich denkt, der muss verrückt sein. Sie wollen ihn unbedingt beschützen - mit allen Mitteln. Ihre Sorge ist berechtigt. Denn auch andere finden das, was Jesus tut, nicht richtig.
Aber Jesus zeigt es allen: Wer Kranke gesund macht und den Menschen Gutes tut, kann nicht Böse sein. Das müssen die lernen, die behaupten, Jesus wäre schlecht.
Und wer Gutes tut, kann damit nicht einfach aufhören, bloß weil Feierabend ist. Wenn jemand in Not ist, kann man ihn nicht wegschicken. Das ist ganz und gar nicht verrückt.

Die Mutter von Jesus und seine Brüder müssen lernen, dass Jesus ihnen nicht allein gehört.
Genauso ist es manchmal bei euch auch. Manchmal müssen Mama und Papa wirklich etwas erledigen, was wichtig für andere Menschen ist. Wenn sie fertig sind, dann sollen sie wieder Zeit für euch haben - ganz ohne Nörgelei.

Für euch Kinder gibt es hier noch ein Ausmalbild. Viel Spaß!

Der Herr ist mein Licht und mein Heil;
vor wem sollte ich mich fürchten?
Der Herr ist die Kraft meines Lebens;
vor wem sollte mir bangen?
Meine Bedränger und Feinde,
sie müssen straucheln und fallen.

Ps 27 (26), 1–2
Joachim Kahle
Gemeindereferent
Erbsengasse 365795Hattersheim
Tel.:06190 8879512

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