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Zwölften Sonntag im Jahreskreis

Zwölften Sonntag im Jahreskreis
Zwölften Sonntag im Jahreskreis
© pixabay

Tagesgebet

Heiliger Gott,
gib, dass wir deinen Namen
allezeit fürchten und lieben.
Denn du entziehst keinem deine väterliche Hand,
der fest in deiner Liebe verwurzelt ist.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Amen.

Evangelium (Mk 4, 35–41)

An jenem Tag, als es Abend geworden war, sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren. Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg;
und andere Boote begleiteten ihn.
Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm und die Wellen schlugen in das Boot, sodass es sich mit Wasser zu füllen begann. Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief.
Sie weckten ihn und riefen: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?
Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still!
Und der Wind legte sich und es trat völlige Stille ein. Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben? Da ergriff sie große Furcht und sie sagten zueinander: Wer ist denn dieser, dass ihm sogar der Wind und das Meer gehorchen?

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Impuls unseres Diakons Jürgen Rottloff

Ein Sturm im Wasserglas ist eine Redewendung, die sich auf einen Anlass bezieht, wo viel ‘Wirbel um Nichts’ gemacht wird. Ein kleiner Anlass kann bei einem Menschen viel Wirbel und Enttäuschung hervorrufen.
Wenn wir von Sturm reden, denken wir an einen starken Wind, der ggf. mit Unwetter und mit viel Regen, von Blitz und Donner begleitet wird. Oft richtet so ein Sturm großes Unheil an.
Wer schon einmal in Israel am See Genezareth war, weiß, dass sehr schnell durch die Fallwinde des Golan - Gebirges ein Sturm über das Wasser kommen kann. Die Fischer auf dem See geraten dadurch oft in Seenot und im schlimmsten Fall könnten sie kentern, untergehen und den Fang verlieren.

Immer mehr Menschen wollen Jesus sehen und seine Worte hören. Sie sind begeistert von seinen völlig anderen Worten, als sie es bisher gehört haben. Jesus zeigt ihnen eine völlig neue Glaubensperspektive auf. Doch Jesus möchte nach dem Trubel um seine Person etwas Ruhe. Er möchte sich besinnen und zur Ruhe kommen. Mit seinen Jüngern steigt er in ein Boot und will an das andere Ufer gelangen. Doch plötzlich zieht ein heftiger Sturm auf. Die Jünger bekommen Angst und machen sich Sorgen um ihr Boot und ihr Leben. Hoffentlich gehen wir nicht unter schreien sie einander zu.
Und was macht Jesus?
Er schläft. Ganz seelenruhig. Lässt sich nicht beirren. Das versetzt die Jünger in noch mehr Angst und Schrecken. Sie wecken ihn und fragen: 'Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?'
Blanke Verzweiflung können wir daraus lesen.
Kennen wir das nicht selber auch bei uns?
Das Wasser steht uns bis zum Hals. Das Leben ist wie einem ‘Sturm’ preisgegeben.
Wie sollen wir das alles schaffen?
Wir haben Angst um unser ‘nacktes’ Leben.
Wir sind bedroht, alles das, was wir uns geschaffen haben, zu verlieren.
Wir stehen in einem Kampf gegen die Widrigkeiten und Stürme des Lebens.
Wie geht es nun weiter?
Plötzlich stehen wir unvorbereitet vor einem Abgrund.
Wo bleibt da unser Vertrauen und unsere Hoffnung, dass alles besser wird?
Der Weckruf der Jünger: ‘Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?’, lässt Jesus wach werden und dann befiehlt er dem Wind Einhalt. Seine Antwort an die Jünger: ‘Warum habt ihr so Angst?’
Eigentlich bräuchten die Jünger keine Angst haben, denn Jesus ist bei ihnen und es wird ihnen klar gemacht, dass sie keine Furcht haben müssen, solange er bei ihnen ist.
Auch wir können dieses Vertrauen in Jesus und seinen Vater haben. Die Zusage Jesu an die Jünger damals gilt auch uns Menschen heute.
Er begleitet uns durch die Wirrnisse und Widrigkeiten des Lebens.
Er verlässt uns nicht.
Er lässt es nicht zu, dass wir untergehen und das rettende ‘Ufer’ nicht erreichen können.
Angst ist ein schlechter Ratgeber. Wir dürfen uns von ihr nicht auffressen lassen. Haben wir Vertrauen in unser Gespür, unsere Mitmenschen und was viel wichtiger ist: das Vertrauen in Gott.

Der Herr ist die Stärke seines Volkes,
er ist Schutz und Heil für seinen Gesalbten.
Herr, hilf deinem Volk und segne dein Erbe,
führe und trage es in Ewigkeit.

Ps 28 (27), 8–9
Jürgen Rottloff
Diakon
Erbsengasse 365795Hattersheim
Tel.:06190 8879517

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